Bernsteinsammeln in Walddorf

Bevor Bernsteinsucher in den 1960er Jahren mithilfe von Feuerwehrpumpen begannen, den schönen Wald in Heubude zu zerstören, war das Bernsteinsammeln in Walddorf eine willkommene finanzielle Unterstützung oder, wenn man so will, ein Taschengeld-Zuschuss, den man entweder kaum oder gar nicht hatte. Ich erinnere mich, dass ab Mitte der 60er Jahre eine Gruppe Jungs im Frühling und Herbst über die Felder zog und Bernstein sammelte. Es gab recht viel davon, denn jeder Ausflug brachte ein Dutzend Stücke ein. Unser Gebiet beschränkte sich auf die Felder hinter den Bahngleisen, zwischen den Straßen Łanowa und Zawodzie, bis zur Motllaua. Nach Rudniki gingen wir selten, da dieses Gebiet von der dortigen Jugend "besetzt" war. Auch zu uns durfte niemand Fremdes kommen. Das war eine Art unausgesprochene Vereinbarung, obwohl es manchmal zu Konflikten kam. Am besten sammelte man Bernstein nach der Frühjahrs- oder Herbstbestellung, idealerweise nach Regenfällen oder sogar während des Regens. Dann war er am sichtbarsten. In hohen Gummistiefeln durchstreiften wir die vom Wasser durchtränkten Felder und fündig wurden wir fast immer. Nicht selten wurden wir von den örtlichen Bauern, den Grundstückseigentümern, verjagt. Es war wirklich ein lukratives Geschäft. Einige Stunden Sammeln brachten im Durchschnitt 20 bis 40 Złoty ein für uns damals ein kleines Vermögen. Zum Vergleich: Ein Berufsschüler verdiente in den Jahren 1966/67 rund 150 Złoty im Monat. Den gesammelten Bernstein verkauften wir an Herrn K in Danzig, einen zuverlässigen Händler. Er betrog uns nie weder beim Gewicht noch bei der Qualität. Natürlich hatten größere Stücke einen höheren Wert. Das Bernsteinsammeln war ein bisschen wie das Pilze Sammeln im selben Wald füllte der eine den ganzen Korb, der andere fand gar nichts. Mit anderen Worten: Man musste wissen, wie man Bernstein findet. Ich traf einmal einen Freund aus Walddorf, der zu den besten Sammlern unserer Gruppe gehörte. Er erzählte mir, dass er bei einem Spaziergang mit seinem Hund auf den Feldwegen von Walddorf Bernstein im Wert von 140 Złoty gefunden habe. In diesen Gegenden findet man den brennenden Stein noch immer, aber heute sammelt ihn niemand mehr.









Miro